2. Forum Religionen in der Gesellschaft

"Bundeswehr, Innere Führung und westdeutsches Luthertum"

Öffentlicher Vortrag mit Podiumsdiskussion in Kooperation mit dem
Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

 

Donnerstag, 18. Mai 2006
Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Podium 2. FRidG


Vortrag:

Professor Dr. Angelika Dörfler-Dierken
Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr

Mitglieder der Podiumsdiskussion:

Brigadegeneral Karl H. Schreiner
Stabsabteilungsleiter Fu S I

Prof. Dr. Konrad Stock (ZERG-Mitglied)

Direktor des Ev.-Theol. Seminars an der Universität zu Köln

Kapitän zur See Lothar Kampschulte

Leiter des Referats "Innere und soziale Lage" im Führungsstab der Streitkräfte im Bundesministerium der Verteidigung

Moderation:

PD Dr. Hans-Gerd Angel
Kath.-Theol. Fakultät
Seminar für Christliche Gesellschaftslehre und Pastoralsoziologie, Universität Bonn

 

Im Zentrum des Vortrages stand die Konzeption der "Inneren Führung" des lutherisch geprägten Militärtheoretikers und Friedensforschers Wolf Graf von Baudissin, der durch seine Reformierung der Leitbilder der westdeutschen Streitkräfte maßgeblich am Aufbau der Bundeswehr unter Konrad Adenauer beteiligt war.

"Innere Führung" definierte Baudessin als "geistige und sittliche Verfassung der zukünftigen Streitkräfte": Der abendländische Mensch, der "innegeleitet", also verantwortlich vor Gott und seinem Gewissen als Soldat tätig ist, solle nunmehr das Ideal der Bundeswehrsoldaten sein.  Die "neue Wehrmacht" solle sich niemald zum willfährigen Instrument einer menschenverachtenden politischen Ideologie entwicklen können. Deshalb sei es wichtig, dass die westdeutschen Soldaten kein militärisches Sonderethis kultivierten wie zur Zeit des Dritten Reiches, sondern ihr menschliches Ethos auch als Soldaten beibehielten. "Menschlichkeit ist nicht teilbar", so Baudissin.

Im Rahmen der Diskussion betonte Kapitän zur See Lothar Kampschulte unter anderem auch die heutige Bedeutung der Weiterentwicklung des Konzepts der "Inneren Führung" für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die sich in internationalen Einsätzen mehr und mehr mit interkulturellen unter interreligiösen Fragen konfrontiert sehen; so zum Beispiel in Afghanistan oder im Kongo.

 

Artikelaktionen