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24. Forum Religionen in der Gesellschaft

Öffentlicher Vortrag mit Diskussion

Grundlagen, Entwürfe und Ausformungen völkischer Religion im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts

Prof. Dr. Uwe Puschner

Prof. Dr. Uwe Puschner

Friedrich-Meinecke-Institut, Neuere Geschichte, Freie Universität Berlin

Donnerstag, 3. Mai 2012
19:30-21:00 Uhr, Hörsaal I

Hauptgebäude der Universität Bonn
Am Hof 1, 53113 Bonn

Zu den vielen Phänomenen der Umbruchzeit seit der Wende zum 20. Jahrhundert zählt die völkische Bewegung mit ihrem religiösen Segment und der Forderung nach einer "arteigenen Religion". Deren Anhänger gingen davon aus, daß Völker und Rassen eine spezifische Religion bzw. Religiösität besäßen, die an den Lebensraum ("Heimat") gebunden seien. Die völkische Mehrheit hing einem auf der Grundlage dieser Blut-und-Boden-Ideologie formulierten germanisierten Christentum an. Einer vor allem publizistisch agilen Minderheit hingegen galt das Kirchenchristentum als „artfremde“, oktroyierte Religion, die sie ablehnte und bekämpfte. Von diesen Prämissen ausgehend wurden seit Beginn des 20. Jahrhunderts Anstrengungen unternommen, die ursprüngliche Religion der „Deutschen“ zu rekonstruieren und wiederzubeleben. Aus beiden völkischreligiösen Strömungen gingen vielfältige Organisationen hervor, die sich 1933 am Ziel glaubten, nach anfänglichen öffentlichkeitswirksamen Auftritten aber von den nationalsozialistischen Machthabern sukzessive aus dem öffentlichen Raum gedrängt wurden.

Moderation: Prof. Dr. Wolfram Kinzig
Evangelisch-Theologische Fakultät, Sprecher des ZERG

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