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31. Forum Religionen in der Gesellschaft

"Kreuz und Halbmond. Zur frühen Begegnung von Christen und Muslimen in Ägypten."

 

Öffentliche Vorträge und Diskussion

Prof. Dr. Harald Suermann,
Institut für Orient- und Asienwissenschaften, Universität Bonn

Diskussion über ein Kreuzfragment - Kopten sprechen über muslimische Herrschaft

Prof. Dr. Stephan Conermann
Institut für Orient- und Asienwissenschaften, Universität Bonn

Das Verhältnis von Kopten und Muslimen in Ägypten während der Mamlukenzeit (1250-1517)

Mittwoch, 24. Juni 2015
19:30-21:00 Uhr
Hörsaal I, Universitätshauptgebäude
Am Hof 1, 53113 Bonn

Das Thema der interreligiösen wie auch interkulturellen Begegnung ist – vor allem auch im Hinblick auf die christliche und muslimische Interaktion – hochaktuell. Jedoch gerät dabei oft in den Hintergrund, dass die heutige Diskussion lediglich eine Etappe einer sehr lange zurückreichenden Historie der Auseinandersetzung zwischen den Religionen und Kulturen ist. Darum hat das ZERG sich in dieser Veranstaltung einmal nicht mit der gegenwärtigen Begegnung zwischen Christen und Muslimen beschäftigen, sondern sich bewusst frühen Zeugnissen dieser Interaktion und Kommunikation im Zeitraum vom 8. bis zum 16. Jahrhundert zugewendet.

Das ZERG verfügt in diesem Bereich über besondere Expertise. Die Professoren Dr. Harald Suermann und Dr. Stephan Conermann (Institut für Orient- und Asienwissenschaften, Universität Bonn) haben sich im Rahmen des 31. Forum Religionen in der Gesellschaft mit dieser Thematik auseinandergesetzt:

Prof. Dr. Harald Suermann hat in seinem Vortrag den Fragen nachgespürt, was ägyptische Christen (Kopten) über die muslimische Herrschaft dachten, wie sie diese Gedanken äußerten und mit welchen literarischen Kunstgriffen sie ihre Gedanken niederschrieben, um sich nicht angreifbar zu machen. Ausgangspunkt für diese Ausführungen war ein Text , dessen Datierung (8. oder 10. Jh.) umstritten ist. Verschiedene Beispiele koptischer Literatur haben die Vorgehensweise der Kopten erläutert .
Prof. Dr. Stephan Conermann hat in seinem Vortrag gezeigt, dass zu Beginn der Herrschaft der Osmanen in Ägypten der Anteil der Kopten an der Gesamtbevölkerung etwa 10% betrug. Obgleich es im weiteren Verlauf der Geschichte immer wieder zu Verfolgungen und Repressionen gekommen ist, blieb diese Zahl bis heute konstant. Die weitgehende Islamisierung Ägyptens scheint bereits bis zum 9. Jahrhundert vollzogen worden zu sein, doch kann die frühe Mamlukenzeit als der Schlusspunkt eines langen Prozesses angesehen werden. Trotz der schwierigen Quellenlage wurde in dem Vortrag eine Antwort auf die Frage nach der Situation der Kopten und ihrer Interaktion mit den Muslimen in der Zeit vom 13. bis zum 16. Jahrhundert gegeben.
 

 

 

 

 

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