7. Forum Religionen in der Gesellschaft

Öffentlicher Vortrag mit Podiumsdiskussion 

Traum und Heilwunder in der Antike in heidnischer und christlicher Perspektive


Prof. Dr. Beat Näf

Historisches Seminar, Universität Zürich 

29. Januar 2008 

Prof. Dr. Beat Näf ist Ordinarius für Alte Geschichte an der Universität Zürich und befasst sich schwerpunktmässig mit Fragen der Wirkung und Rezeption des griechisch-römischen Altertums. Zu seinen Publikationen zählt ein Buch "Traum und Traumdeutung im Altertum" (2004). Zu den Hauptthesen des Buches zählt die Aussage, dass Deutung von Träumen bei der Erzählung von Träumen einsetzt und keine Angelegenheit beliebiger, freier Interpretation ist, sondern - sich wandelnden - kulturellen Regeln unterliegt und durch den Einfluss von Angehörigen spezifischer Eliten geprägt wird. 

Die Faszination, die von Träumen ausgeht, gründet unter anderem auf dem Wissen, dass die Gesundheit der Menschen durch Erlebnisse in und mit Träumen beeinflusst wird. In den Gesellschaften des Altertums gab es Verfahren, sich während des Schlafes Traumerlebnisse zu verschaffen, die wunderbare Heilungen von Krankheiten bewirkten. Die dabei verwendeten Techniken und Trauminterpretationen gleichen sich bei Heiden und Christen, weisen indes zugleich aufschlussreiche Unterschiede auf, die sich auf die Ablösung der führenden Traumdeutungsspezialisten in spätrömischer Zeit zurückführen lassen.

 

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