8. Forum Religionen in der Gesellschaft

Öffentlicher Vortrag und Diskussion

Buchreligion? Mediengeschichtliche Beobachtungen
zum Buch im Christentum


Prof. Dr. Martin Wallraff

Professor für Kirchen- und Theologiegeschichte, Universität Basel

2. Juni 2008

Was heute als Buch bezeichnet wird - antik gesprochen: der Codex -, ist in seiner Genese eng mit dem Christentum verknüpft. Man kann sogar fragen, ob das Christentum als Kind des Buches oder das Buch als Kind des Christentums zu Weltrang gelangt ist. Die enge Beziehung zwischen beiden erfuhr durch die Reformation eine Vertiefung und Erweiterung; das protestantische Schriftprinzip führte zu dem, was Lessing als "Bibliolatrie" kritisiert hat. Im 21. Jahrhundert verliert das Buch als Medium seine unangefochtene Stellung. Damit gewinnt der Beobachter die Freiheit des distanzierten Blickes; eine neue historische und theologische Reflexion über das Buch wird möglich.

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