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Charlotte Magin

RV SoSe2009 Magin

Montag, 13. Juli 2009
19:30 - 21:00 Uhr
HS 4, Hauptgebäude der Universität Bonn

Thema:
Sinn stiften und Trost spenden – die Aufgabe der ZDF-Gottesdienste nach Katastrophen

Die Namen von Katastrophenorten haben einen symbolischen Charakter und sind tief ins kulturelle Gedächtnis der Gesellschaft eingeprägt. Einen wesentlichen Beitrag dazu liefern die Medien, v.a. das Fernsehen, das die jeweiligen Schreckensszenarien durch eine Flut von dokumentarischen, aber auch emotional stark aufgeladenen Bildern belegt. Die Folge: Bei den meisten Menschen stellen sich ganz ähnliche Assoziationen ein, wenn sie an das eine oder andere große Unglück aus der Vergangenheit und Gegenwart denken. Darüber hinaus bildet sich bei ihnen so etwas wie ein sehr individuelles Koordinatensystem aus, indem sie dazu neigen, ihre persönliche Biographie mit den weltgeschichtlichen katastrophalen Ereignissen zu verknüpfen und zu verorten.
Nach Katastrophenmeldungen stellt sich zumeist ein Gefühl von Ohnmacht und Leere ein. Parallel dazu entwickelt sich aber auch die Suche nach Trost. Geben die öffentlichen Diskussionen unter Experten, Augenzeugen und Beteiligten in Talkshows und Gesprächsrunden darauf eine Antwort? In diesem Zusammenhang muss vor allem an die Langzeitwirkung solcher katastrophalen Ereignisse gedacht werden.
An dieser Stelle setzen die ZDF-Fernsehgottesdienste an, die Katastrophen durch aktuelle Sondergottesdienste mit ins Programm nehmen. Sie rücken das existentielle Grundbedürfnis des Zuschauers, seine Suche nach Trost und Vergewisserung in den Mittelpunkt und bieten ihm ein christliches Sinnangebot, einen Blick hinter die „facts“.
Aus diesem Grund stehen bei den ZDF-Gottesdiensten das theologische Nachdenken und die gesellschaftsöffentliche Kommunikation der christlich-religiösen Lebensdeutung im Vordergrund. Hinzu kommt ein klassisch seelsorgerliches Anliegen, das den einzelnen Zuschauer in den Blick nimmt und den Fernsehgottesdienst als medial inszenierten Kasualgottesdienst auszeichnet. Bei dem Vortag sollen zwei ZDF- Sondergottesdienste im Mittelpunkt stehen: Der Klagegottesdienst zur Tsunami-Katastrophe und der Solidaritätsgottessdienst mit den Opfern von Winnenden.

Vortragende:
Charlotte Magin ist EKD Senderbeauftragte für evangelische ZDF-Gottesdienste und arbeitet beim Gemeinschaftswerk Evangelischer Publizistik. Die Pfarrerin der Pfälzischen Kirche arbeitete für die Badische Landeskirche durch Aus- und Fortbildungsangebote für Pfarrer und Pfarrerinnen sowie Vikare und Vikarinnen in den Bereichen Journalismus und Medien. Seit 2008 ist sie Privatdozentin im Bereich Praktischer Theologie an der Universität Heidelberg. Sie hat zahlreiche Publikationen zu diesen Themenfeldern veröffentlicht.


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