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Was ist jetzt mit uns? III (SoSe 18)

Zum Verhältnis von Mensch, Religion und Kunst – Studierende, Schauspieler und Experten im Gespräch. Eine Zusammenarbeit des „Zentrum für Religion und Gesellschaft“ (ZERG) und des Theaters Bonn.

Das interdisziplinäre und interfakultäre Zentrum für Religion und Gesellschaft (ZERG: https://www.zerg.uni-bonn.de/) möchte in diesem Blockseminar neben dem generellen Kennenlernen des Mediums ‚Theater‘ dem Verhältnis von Mensch, Religion und Kunst nachgehen.

Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen werden mit dem Besuch dieses Seminars zudem die Möglichkeit bekommen, in Nachgesprächen in direkten Kontakt mit Experten und Expertinnen, Theatermachern und Theatermacherinnen zu treten und die in den Theatervorstellungen aufgeworfenen Fragen zum Verhältnis von Mensch, Religion und Kunst - als drei Themenschwerpunkte - zu vertiefen. Darüber hinaus gibt es hier die Möglichkeit, mit Kommilitoninnen und Kommilitonen unterschiedlicher Disziplin in Austausch zu kommen.

In dieser Spielzeit, die unter dem Motto WIR BRAUCHEN DRINGEND NEUE LÜGEN steht, erzählen die Theaterstücke Geschichten von der Kraft des Lügens. In heutigen Zeiten die Lüge einzufordern, ist gewagt. Dabei kann die Lüge so vieles leisten, was vor allem die einfache Wahrheit nicht vermag. Sie kann Räume jenseits der Wirklichkeit öffnen. Aber was ist eigentlich Wahrheit und Wirklichkeit? Wer sagt, was richtig und was falsch ist, an was wir zu glauben haben? Was ist Glauben? Müssen wir nicht auch Leerstellen in unserer Realität akzeptieren und anerkennen, dass sich die Welt nicht endgültig enträtseln lässt? In dieser Spielzeit geht es in unserem Seminar also vor allem um das Verhältnis von Glauben und Wahrheit, um falschen und wahren Glauben und um die bewusste Auseinandersetzung mit Rationalität und Vernunft. Wir wollen die Gefahr hinter Monopolen auf vermeintlich einzig richtige Wahrheiten aufdecken. Gerade im Universitätskontext sollten wir den Mut zu Nicht-Vernünftigem-Denken aufbringen! Was wir brauchen sind die Spinner, die Träumer, die Unbequemen, die Querköpfe und Freigeister!

Der Prototyp des sympathischen Kämpfers wider die Vernunft ist wohl DON QUIJOTE. Sein starrer Wille, die Welt in ihrer Tristesse nicht zu akzeptieren und einfach loszureiten mit seinem Pferd und seiner Lanze, um den Riesen-Windmühlen den Kampf anzusagen, diese Parabel berührt und amüsiert uns bis heute. In Brechts DIE HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE bläst eine einzelne mutige Frau zum Kampf gegen das kapitalistische System der Ausbeutung und will dieses eben nicht als einzige Wahrheit akzeptieren. In der Oper ECHNATON von Phil Glass erhebt sich ein Herrscher zum Gottkönig - seine ganz eigene Auslegung von Wahrheit. Jelineks WUT zeigt, wie fatal es sein kann, wenn man sich in der selbstgerechten Gewissheit wähnt, im Besitz der einzigen (religiösen) Wahrheit zu sein. In Schwabs groteskem Panoptikum DIE PRÄSIDENTINNEN sind alle drei Protagonistinnen fromm - doch jede auf ihre ganz eigene Art... Seien auch Sie mit uns dieses Semester ganz unvernünftig!

Diese Veranstaltung wird in Blocksitzungen stattfinden und Seminarsitzungen beinhalten, Vorstellungsbesuche wie Publikumsgespräche nach den Aufführungen, aber auch entsprechende Vor- und Nachbereitungen (bspw. Referate, Plenumsgespräche). Jede Sitzung wird zusätzlich durch verschiedene Experten (Professoren und Professorinnen der unterschiedlichen Fakultäten) mit begleitet werden.

Der Eintritt für die Theaterbesuche ist von den Studierenden selbst zu tragen. Das Geld (62 Euro für 5 Vorstellungen in Theater und Oper) wird in der ersten Seminarsitzung eingesammelt werden. Die Studierenden werden im Vorfeld per E-Mail daran erinnert. Studierende, die sich nicht über Basis anmelden und deren E-Mail-Adresse somit nicht für die Organisatoren einsehbar ist, melden sich bitte bei Simon Konermann (s3sikone@uni-bonn.de) an.

Die Studierenden der Evangelisch-Theologischen Fakultät können sich zu den von den beiden anderen Fakultäten vorgegebenen Anmeldefristen bei Simon Konermann (s3sikone@uni-bonn.de) und/oder ggf. bei Basis anmelden. Bei Problemen wenden Sie sich bitte an uns.

 

Programm:
 
Jeweils donnerstags oder freitags, 16 - 18 Uhr c.t., Großer Hörsaal (vierte Etage) des Collegiums Albertinum (Adenauerallee 19, 53111 Bonn) oder Raum 2.012 (Katholisch-Theologische Fakultät - Seminarraum 4), Universitätshauptgebäude.
 
Jeweils ab 19:30 Uhr Theaterbesuch mit anschließendem Nachgespräch mit Dramaturgen, Regisseuren und Schauspielern im Theater.

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Jörg Seip
Organisation und Begleitung: Charlotte Loesch, Simon Konermann
 
 
  •  Donnerstag, 19.04.2018, Großer Hörsaal (vierte Etage) des Collegiums Albertinum
    Organisatorisches / Einführung in die Thematik
    Dozenten: Prof. Dr. Jörg Seip, Charlotte Loesch

     

  • Donnerstag, 03.05.2018, Großer Hörsaal (vierte Etage) des Collegiums Albertinum
    Theaterführung 'Hinter den Kulissen'
    Betreuung: Elisa Hempel (Theater Bonn)

 

  • Freitag, 25.05.2018, 2.012 (Katholisch-Theologische Fakultät, Seminarraum 4)
    Seminar zu Berthold Brechts 'Die heilige Johanna der Schlachthöfe'
    Dozent: Prof. Dr. Michael Meyer-Blanck

 

  •  Donnerstag, 31.05.2018, Großer Hörsaal (vierte Etage) des Collegiums Albertinum
     Seminar zu Phil Glass' Oper 'Echnaton'
     Dozent: Prof. Dr. Markus Saur

 

  • Donnerstag, 07.06.2018, Großer Hörsaal (vierte Etage) des Collegiums Albertinum
    Seminar zu Miguel de Cervantes' 'Don Quijote'
    Dozent: PD Dr. Peter Glasner

 

  • Freitag, 15.06.2018, 2.012 (Katholisch-Theologische Fakultät, Seminarraum 4)
    Seminar zu Werner Schwabs 'Die Präsidentinnen'
     Dozent: Prof. Dr. Andreas Krebs

 

  • Donnerstag, 21.06.2018, Großer Hörsaal (vierte Etage) des Collegiums Albertinum
    Seminar zu Elfriede Jelineks' 'Wut'
    Dozentin: Anette Niefindt-Umlauff, StD’i.K.

     

  • Donnerstag, 05.07.2018, Großer Hörsaal (vierte Etage) des Collegiums Albertinum
    Nachbereitung – Was ist denn jetzt mit uns?!
    Dozenten: Prof. Dr. Jörg Seip, Charlotte Loesch
 
 
Eine Zusammenarbeit des „Zentrum für Religion und Gesellschaft” (ZERG) und des Theaters Bonn.