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Konzeptionen kultischer Reinheit in der Spätantike

Dr. Dr. Andreas Weckwerth
Abteilung für Alte Kirchengeschichte und Patrologie, Universität Bonn

Response:
Prof. Dr. Konrad Vössing
, ZERG-Mitglied
Abteilung für Alte Geschichte, Universität Bonn

 

Dienstag, 19. November 2013
18:30-19:45 Uhr
Hörsaal XI, Universitätshauptgebäude der Universität Bonn
Am Hof 1, 53113 Bonn

Die Vorstellung, der Mensch könne sich nur im Zustand kultischer Reinheit einer Gottheit nähern, ist ein in sehr vielen Religionen verbreitetes Phänomen. Wichtigste Bereiche, die zu kultischer Unreinheit führen, sind 1) Tod, 2) Sexualität und 3) der Genuss bestimmter, als unrein deklarierter Speisen. Die Berührung eines Leichnams, Geschlechtsverkehr u. a. führen zum temporären Ausschluss von kultischen Handlungen, d. h. sie machen sowohl Priester als auch sonstige Teilnehmer kultunfähig. Die christliche Sichtweise kultischer Reinheitsforderungen entwickelt sich in erster Linie in Auseinandersetzung mit den im Buch Levitikus vorhandenen Reinheitsgesetzen. Diese werden zu einem großen Teil alle-gorisch interpretiert oder als durch die einmalige christliche Taufe ersetzt verstanden. Le-diglich die sexuelle Reinheit besaß für die Alte Kirche eine weitaus höhere Plausibilität und Relevanz. Neben entsprechenden biblischen Anknüpfungspunkten scheinen hierzu auch antik-philosophische Konzeptionen beigetragen zu haben, die seelische Reinheit als Freiheit von jeglichen Affekten und körperlichen Bedürfnissen verstehen, um so den Auf-stieg zur Gottheit verwirklichen zu können und ihr möglichst ähnlich zu werden (ὁμοίωσις Θεῷ κατὰ τὸ δυνατόν).

 

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